Im April 1986 geschieht das Unvorstellbare, ein Albtraum wird zur entsetzlichen Realität: Der Reaktorblock 4 des Atomkraftwerks in Tschernobyl explodiert. Bei dem Versuch, die Katastrophe einzudämmen, sind die Feuerwehrleute mehrfach tödlichen Strahlendosen ausgesetzt. Drei Wochen später sind fast alle tot. Über das Ausmaß der Strahlenverseuchung dringen nur spärliche Informationen nach außen. Die frühsommerliche Hitze, unzureichende Schutzmaßnahmen und Unkenntnis setzen die Rettungskräfte, die so genannten Liquidatoren, größten Gefahren aus. Das Fallout macht die direkte und weitere Umgebung Tschernobyls zur unbewohnten Zone. Ein gewaltiges, unbekanntes Gemenge radioaktiver Stoffe wird freigesetzt, ein Angriff auf Menschen, Tiere und Natur.
Christoph Boekel hat lange Jahre in Russland gelebt und gearbeitet. Bei den Recherchen und Dreharbeiten zu diesem Film hat er Menschen kennen gelernt, die Opfer der Atomkatastrophe wurden. In seinem Film VERSTRAHLT UND VERGESSEN zeichnet er Schicksale nach und befragt Augenzeugen – ihm nahe stehende Menschen, deren Leben durch den Unfall in Tschernobyl tief greifend verändert wurden. Zum Beispiel den Künstler Dmitrij Gutin, der in den letzten Tagen seines Militärdienstes in der hochverstrahlten Zone eingesetzt wurde, oder den für die Prawda arbeitenden Journalisten Wladimir Gubarew. Durch seine Nähe zu den Mächtigen war er bereits bei Atomversuchen zugelassen und veröffentlichte kurz nach der Katastrophe seine Beobachtungen.
Ein bewegender Film aus der persönlichen Perspektive des Regisseurs, und ein Mahnung.
Ein Film von Christoph Boekel, 59 Minuten, Deutschland 2006